Familie: | Nachtkerzengewächse (Onagraceae) |
Gattung: | Nachtkerzen (Oenothera) |
Art: | gemeine Nachtkerze – Oenothera biennis |
Vorkommen: | Ursprünglich aus Nordamerika, seit 1620 auch in Europa verbreitet. |
Verbreitung: | auf trockenen, kalkhaltigen Böden, Ruderalplätzen. Auf Acker und im Garten |

Die gewöhnliche Nachtkerze hat den lateinischen Namen Oenothera biennis, weil sie zweijährig (biennis) ist. Im ersten Jahr bilden sich tiefe Bodenrosetten mit lanzettlichen Blättern und im zweiten Jahr wächst daraus ein langer, bie zu 2m hoher leicht behaarter Stängel, an dem weitere lanzettliche Blätter und im Sommer die Blüten wachsen.
Das besondere an der Nachtkerze ist, dass man der Blume tatsächlich beim Öffnen zusehen kann. Wenn die Sonne untergegangen ist beginnt sich pro Stängel eine bis zwei Blumen so schnell zu öffnen, dass man den Vorgang von blossem Auge beobachten kann und nicht viel Geduld braucht. Die Nacht durch blüht die Nachtkerze und lockt nachtaktive Insekten an. Am Morgen verwelken die Blumen der vorherigen Nacht wieder. Die Knöpfe für die kommende Nacht sind bereits gut sichtbar bereit.
Wir haben grundsätzlich nicht gerne Neophyten. Vor allem die invasiven Neophyten, das heisst, die, die unseren einheimischen Pflanzen den Platz wegnehmen, sind nicht gerne gesehen und zum Teil sogar meldepflichtig (z.B. in Zürich der Riesenbärenklau oder die Ambrosia).
In Europa gelten alle Pflanzen, die vor 1492 nicht heimisch waren, als Neophyten. Die Nachkerze ist seit 1620 in der Schweiz angesiedelt und stammt ursprünglich aus Nordamerika. Da sie mit ihrer zweijährigen Wuchsform aber sehr gut in Schach gehalten werden kann, ist sie in meinem Garten sehr gerne gesehen. Wenn ich im einen Jahr eine Grundrosette sehe, wo ich im nächsten Jahr keine Nachkerze haben möchte, reisse ich die Pfahlwurzel aus, schneide sie in das nächste Gemüsegericht und gut ist.
Ausser dem Stiel sind ämtliche Teile der Nachtkerze essbar. Die Wurzel, die jungen Blätter, die Blütenknospen, die Blüten und die Samen. Sowohl kalt als auch gekocht ist die Nachtkerze bekömmlich. Ihre leuchtend gelben Blüten sind eine wunderschöne Dekoration für jeden Salat oder Dipp. Im Anhang kannst du das Rezept für die gefüllten Blüten runterladen. Die Blüten sind leicht süsslich und auch einfach so als Snack sehr angehnehm zu essen.
Die Pflanze wird wegen der Farbe der Wurzel auch Schinkenwurz genannt. Diese kann in Scheiben geschnitten dem Gemüse beigegeben werden. Kurz angedünstet ist es sehr mild und relativ geschmacksneutral, bringt aber die Inhaltstoffe der Pflanze in dein Gemüse.